„Es braust ein Ruf wie Donnerhall“. Zu Entstehung und Wirkung von Max Schneckenburgers „Die Wacht am Rhein“

Max Schneckenburger

Die Wacht am Rhein

1. Es braust ein Ruf wie Donnerhall
wie Schwertgeklirr und Wogenprall
zum Rhein, zum Rhein zum deutschen Rhein
Wer will des Stromes Hüter sein?

Lieb Vaterland magst ruhig sein:
Fest steht und treu die Wacht
die Wacht am Rhein!

2. Durch hunderttausend zuckt es schnell,
und aller Augen blitzen hell;
der deutsche Jüngling, fromm und stark,
beschirmt die heil'ge Landesmark.
 
3. Er blickt hinauf in Himmels Au'n
da Heldenväter niederschau'n
und schwört mit stolzer Kampfeslust
du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust!
 
4. Solang ein Tropfen Blut noch glüht,
noch eine Faust den Degen zieht
und noch ein Arm die Büchse spannt,
betritt kein Feind hier deinen Strand!

5. Und ob mein Herz im Tode bricht,
wirst du noch drum ein Welscher nicht.
Reich, wie an Wasser deine Flut
ist Deutschland ja an Heldenblut!
 
6. Der Schwur erschallt, die Woge rinnt,
die Fahnen flattern hoch im Wind
am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein,
wir alle wollen Hüter sein.

     [(variierter) Liedtext und Informationen zur Verbreitung auf volksliedarchiv.de]

Den Text hat 1840 der Jungunternehmer und Dichter Max Schneckenburger (1819-1849) verfasst. Wie kommt ein 21jähriger dazu, solch einen Text zu schreiben? Ähnlich wie sich der 26jährige Albert Methfessel bei seinem Lied Hinaus in die Ferne an Ernst Moritz Arndts Der Gott, der Eisen wachsen ließ orientierte, ließ sich Schneckenburger von Arndts Gedichten und dessen vielgelesener Schrift Der Rhein, Teutschlands Strom, aber nicht Teutschlands Grenze inspirieren (vgl. Walter Moßmann, s. Literatur).  

Die Bekräftigung nach jedem Vers – „Lieb Vaterland magst ruhig sein: / Fest steht und treu die Wacht am Rhein!“ hat eine fast 50jährige Vorgeschichte. Im Zuge der Napoleonischen Eroberungskriege wurden 1794/95 viele rheinische Gebiete unter französische Herrschaft gestellt und 1798 der Rhein zur französischen Grenze erklärt. Nach den Niederlagen Napoleons in der Völkerschaft bei Leipzig 1813 und der Schlacht von Waterloo 1815 wurden auf dem Wiener Kongress 1814/15 im Rahmen der Neuordnung des europäischen Staatensystems die Grenzen am Rhein neu gezogen. Frankreich musste die eroberten Gebiete abtreten und sich auf die Grenze vor 1794 zurückziehen.

Das Königreich Bayern erhielt die Pfalz und das Großherzogtum Hessen die später Rheinhessen genannten Gebiete. Preußen erhielt den Löwenanteil der linksrheinischen Territorien, die 1822 mit rechtsrheinischen Gebieten die Rheinprovinz des Königreichs Preußen bildeten.

Das Erstarken nationalistischer Strömungen unter dem Ministerpräsidenten Adolphe Thiers in Frankreich führte zu Bestrebungen, den Rhein zur französischen „natürlichen Grenze“ zu erklären. Als sich in Deutschland der patriotische Wunsch nach Einheit verstärkte, kamen zusätzlich nationalistische Ressentiments gegen Frankreich hinzu. Es entstanden 1840 und 1841 Gedichte über den Rhein, von denen viele vertont wurden. Zu den unter dem Begriff „Rheinlieder“ bekannt gewordenen zählen Ernst Moritz Arndts (1769– 860) Deutsches Kriegslied mit der 4. Strophe

Fürs Vaterland! fürs Vaterland!
Drum alle frisch und fröhlich drein!
Auf welschen Trotz ins welsche Land!
Für unsern Rhein frisch übern Rhein!

und Als Thiers die Welschen aufgerührt hatte mit dem Refrain „Und klinge die Losung: / Zum Rhein, übern Rhein! / Alldeutschland in Frankreich hinein!“ sowie Nikolaus Beckers (Jurist und Geschichtsschreiber, 1809–1845) Der freie Rhein (auch mit dem Titel: Das Rheinlied) mit dem Refrain „Sie sollen ihn nicht haben, / den freien deutschen Rhein.“ Den Anfang hatte bereits 1840 Max Schneckenburger mit Die Wacht am Rhein gemacht.

Verbreitete sich zunächst das Becker’sche Rheinlied wie ein Lauffeuer über ganz Deutschland, vor allem nachdem es mehrfach vertont war, u. a. von Robert Schumann (1810–1856), so trat Es braust ein Ruf wie Donnerhall nach der Vertonung 1854 von Karl Wilhelm (1815–1873, Berufspianist und Chorleiter der Krefelder Liedertafel) geradezu einen Siegeszug an (um an die Wortwahl der Rheinlieder anzuknüpfen).

 Es braust ein Ruf wie Donnerhall

1854 erschien das Lied in dem von Wilhelm Greef (Chorleiter, Gymnasiallehrer und Editor mehrerer Liederbücher) herausgegebenen Chorbuch Männerlieder, und 1858 wurde es in das weit verbreitete Allgemeine[s] Deutsche[s] Kommersbuch (Herausgeber Ludwig Erk und Friedrich Silcher) aufgenommen.

Zu Ehren des anwesenden Prinzen von Preußen wurde 1854 Die Wacht am Rhein bei einem Gartenfest in Elberfeld von den damals bekannten Gebrüdern Steinhaus gesungen. Das Lied beeindruckte den späteren Kaiser Wilhelm I. derart, dass er sich nach dem Komponisten erkundigte und ihm einige Jahre später den Titel eines königlichen Musikdirektors verlieh. Und lange bevor Frankreich offiziell den Krieg erklärt hatte, hieß die Parole „Wacht am Rhein“.

Unmittelbar nach Beginn des Deutsch-Französischen Kriegs im Juli 1870 schrieb ein unbekannt gebliebener Dichter die 7. Strophe des zur geistigen Mobilmachung beitragenden Liedes:

So führe uns, Du bist bewährt
In Gottvertrauen greif zu dem Schwert!
Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut
Und tilg’ die Schmach mit Feindesblut!

Noch im Jahr 1871 gaben der Kunstprofessor und Dichter (u.a. 2. Strophe von Guten Abend gute Nacht) Georg Scherer (1828–1909) und der Verlagsbuchhändler Franz Lipperheide (1838–1906) einen Band mit dem Titel Die Wacht am Rhein. Das Volks- und Soldatenlied des Jahres 1870 (mit Übersetzungen des Liedes in 8 Sprachen) heraus. Darin wird auf Grundlage von Zeugenaussagen berichtet, dass die deutschen Heere unter Führung Preußens mit dem Norddeutschen Bund und des Schutz- und Trutzbündnisses (Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt) die französische Grenze mit dem Ruf „Lieb Vaterland magst ruhig sein“ überschritten. Über das Singen des Liedes im Deutsch-Französischen Krieg gibt es weitere Geschichten. So wird aus dem September 1870 überliefert, dass es auf dem Bahnhof von Sedan fast zu einer Meuterei von 300 gefangenen französischen Offizieren gekommen wäre, wenn nicht zusätzliche preußische und württembergische Truppen eingegriffen hätten. Als die Offiziere daraufhin die Marseillaise anstimmten, „brauste wie Donnerhall“ Die Wacht am Rhein durch die Bahnhofshalle. Die Franzosen verstummten und begaben sich in die zum Transport nach Deutschland bestimmten Waggons.

Exkurs: Im 1942 gedrehten Film Casablanca widerfährt dem Lied ein anderes Schicksal. Als in Ricks (Humphrey Bogart) Lokal deutsche Soldaten beginnen, Die Wacht am Rhein zu singen, bringen Franzosen und Nazi-Gegner mit der Marseillaise die Deutschen zum Schweigen (Auschnitt hier).

Nach dem Einmarsch in Paris am 2. März 1871 erklang der „Donnerhall“ abends an den Lagerfeuern der deutschen Truppen am Arc de Triomphe, am Quai d’Òrsay, an den Anlagen der Champs Elysées und auf dem Marsfeld.

Als Kaiser Wilhelm am 20. März (am 1. Januar 1971 hatten sich die verbündeten deutschen Länder „Deutsches Reich“ genannt und hatte der preußische König den Titel „Deutscher Kaiser“ angenommen) nach seiner Rückkehr aus dem Krieg einer Aufführung im Berliner Opernhaus beiwohnte, stimmte am Schluss der Vorstellung der Chor auf der Bühne die „Wacht am Rhein“ an. Und als am 24. März die Mitglieder des Reichstags den Kaiserlichen und Königlichen Majestäten vorgestellt wurden, intonierte die Kapelle „Es braust ein Ruf wie Donnerhall…“.

Die Bedeutung des Liedes für die Kriegsbegeisterung der Deutschen und den Siegeswillen wurde anerkannt und gewürdigt. Noch während des ausgehenden Krieges verliehKaiserin Auguste dem Komponisten des Liedes die „Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft“, posthum auch dem Dichter. Und nach dem Sieg gegen die Franzosen am 10. Mai 1871 erhielten die Witwe Schneckenberger und Karl Wilhelm von der Reichskanzlei eine Dotation von jährlich je 3.000 Mark (Der Schöpfer des Schlachtgesangs der [französischen]) Rheinarmee, der späteren Marseillaise, erhielt jährlich 6.000 Francs).

Wie populär das Lied war, zeigt sich auch in den zahlreichen Lieder- bzw. Chorbüchern, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erschienen sind. Hier sollen nur zwei erwähnt werden: das von Ludwig Erk herausgegebene Chorheft Singvögelein, das 1885 seine 59. Auflage erlebte, und Die Volksgesänge für den Männerchor mit der 15. Auflage 1898.

Betrachtet man die Liederbücher der Jugendbewegung, so war Die Wacht am Rhein dort nicht gerade populär; auch in den damaligen Schulliederbüchern war das Lied nur selten vertreten. Dagegen wurde es von Burschenschaften und vor allem von Männerchören weiterhin gern gesungen. Chorbücher erreichten häufig mehrere Auflagen, so Serings vierstimmiges Chorbuch 1919 mit der 36.-37. Auflage. Bereits 1904 war in der Schweiz Das Rütli, Liederbuch für Männergesänge in der 35. Auflage erschienen.

In Deutschland erlebte der „brausende Donnerhall“ einen weiteren Aufschwung im Ersten Weltkrieg. Liederhefte und Partituren wurden en gros herausgegeben und an der Front Die Wacht am Rhein auf Flugblättern an die Soldaten verteilt. Nach dem verlorenen Krieg ebbte die Begeisterung für das Lied ab.

Die Nationalsozialisten griffen die ehemalige Popularität des Liedes auf und übernahmen es in so gut wie alle Schulbücher. Während Hitlerjugend und Bund deutscher Mädel Lieder der Jugendbewegung vorzogen, wurde es in die Liederbücher anderer NS Organisationen wie NSDAP, Deutscher Arbeitsdienst und NS-Frauenschaften ebenso aufgenommen wie in die des Heeres und sogar der Marine.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Beliebtheit des Liedes rapid ab. Es dauerte mehr als 10 Jahre, bis Die Wacht am Rhein 1956 in Das goldene Buch der Lieder und weitere 22 Jahre, bis sie in den 3. Band des Deutschen Liederschatz‘ aufgenommen wurde. Von diesen und wenigen historischen Liederbüchern abgesehen, weisen die Online-Archive und das Deutsche Musikarchiv in Leipzig keine weiteren auf. Das Deutsche Musikarchiv, an das auf gesetzlicher Grundlage von Musikverlegern jeweils ein Exemplar eines Liederbuchs, einer Partitur oder eines Tonträgers zu übergeben ist, hält allerdings etliche Tonträger mit dem Lied in seinem Bestand: Von 29 Langspielplatten tragen 20 den Titel Die Wacht am Rhein, zwei weitere Rheinisches Volkslieder-(sic!)Potpourri und Vor 100 Jahren und jetzt – Großes historisches Musikpotpourri. Und natürlich singt auch Heino das martialische Lied zusammen mit Der Gott der Eisen wachsen ließ und dem von den Nationalsozialisten missbrauchten Flamme empor auf den LPs Uns geht die Sonne nicht unter (1977) und Aus grauer Städte Mauern (1978). Damit wurde er ungewollt Vorbild für den „Nationalbarden“ Frank Rennicke, der 1984 auf der LP Das Lied der Deutschen ebenfalls diese Lieder und zusätzlich das Deutschlandlied mit drei Strophen sang (Neuauflage CD 2010).

Kaum ein Lied hat so viele Parodien erfahren wie Die Wacht am Rhein. Von 1880 bis 1927 sind fast 40 Versionen bekannt geworden.

Loben einige Versionen die Feuerwehr („das ist die tapfere Feuerwehr, / sie leuchtet uns so hoch und her“) und den Einsatz des Feuerwehrmanns („ihn schrecket nicht der Flamme Glut, / er rettet Leben, Hab und Gut“), so entstehen nach den Sozialistengesetzen (1878 bis 1890) gleich mehrere sozialkritische, zur Solidarität aufrufende Texte wie: „Es tönt ein Ruf von Land zu Land: / Ihr Armen reichet euch die Hand“ (Arbeiter-Feldgeschrei), „Es geht durchs Land ein Schrei der Not: /des Volkes Freiheit ist bedroht!“ oder das Lied zum 1. Mai mit der ersten Strophe

Die Arbeitszeit, so lang und schwer,
den Geist und Leib bedrückt uns sehr.
Darum zu lindern Not und Plag
Erstreitet den 8-Stunden-Tag!
Hurra im schönen, jungen Mai
nimmt stark und kühn das Volk Partei!

Die Mehrheit der Parodien, vor allem ab 1914, knüpft an den Text des Originals an. Nur einige wenige sind nicht martialisch; sie beziehen sich auf das Wandern („ins Grün, ins schöne, frische Grün, /da wollen wir mit Freuden ziehn“) oder preisen den Fußballsport wie Hoch leb der edle Fußballsport („Es tobt der Kampf, das Leder saust, / Begeisterung zum Himmel braust“). In den anderen sind die Deutschen „hart wie Stahl und Eisen“, ihre Schwerter sind „scharf und blank“ und sie „hau’n [sich] durch mit wucht‘ger Hand / am Donau-, Rhein-, am Weichselstrand“. Aus ganzem Herzen wird gesungen: „Lieb Vaterland magst ruhig sein, / fest schlägt die deutsche Faust, die deutsche Faust jetzt drein!“. Und ganz im Sinne des auf Feldpostkarten aufgedruckten Ausspruch Bismarcks „Wir Deutschen fürchten Gott und sonst nichts auf der Welt“ heißt es in einer anderen Liedversion „bedroht der Feind uns noch so sehr, / wir Deutschen fürchten ihn nicht mehr“ und in einer weiteren „und wenn die Welt voll Teufel wär‘ / wir kennen keine Bange mehr“!

Andererseits – so ganz sicher scheint man sich nicht zu sein: In mehr als der Hälfte der 18 Nachdichtungen, die im Ersten Weltkrieg entstanden (von denen einige erst danach Aufnahme in Liederbücher fanden), wird auf Gott vertraut (wie in der letzten Strohe des Originals): „und droht der Feind in Ost und West, / Deutschland vertraut auf Gott und steht fest!“, „Wer Gott vertraut, / hat wohl gebaut!“ und „Lieb Vaterland erwache neu / auf das Gott wieder mit uns sei!“. In manchen Versionen wird Gott für das deutsche Volk vereinnahmt: „Gott lässet nie, Gott lässet nie sein Volk allein“ oder „durch dick und dünn, durch Not und Tod / führ du dein Volk, Herr unser Gott!“, und zuversichtlich wird gesungen: „zum Krieg, zum Krieg, zum heil’gen Krieg, / uns führt Immanuel [hebr. „Gott mit uns“, Bezeichnung für Gott, Anm. G.N.] zum Sieg!“

Vom Tod dagegen ist nur selten die Rede. Immerhin wird der Toten gedacht: „Bei diesem Sturm viel Blut auch floß / manch junges Leben hat‘s gekost‘“ oder „in deiner kühlen Erde ruht / so manches tapf‘res Soldatenblut“ und „viel hunderttausend fehlen nun, /die in den Heldengräbern ruhn“. Denkt man ausnahmsweise an den eigenen Tod, so ruft man vorweg den Hinterbliebenen zu: „Rinnt in den Sand mein Herzblut rot / seid stolz, ich starb den schönsten Tod“.

Im letzten Kriegsjahr als auch in der Heimat die Lebensmittel knapp wurden, entstanden folgende Spottverse:

Es braust ein Ruf wie Donnerhall
In Mannem* sind Kartoffle all.
Eier, Butter, Schinken, Speck
Fressen uns die Reichen weg.
Und füttern uns wie’s liebe Vieh
Mit Rüben und Kohlrabibrüh.

*Mannheim, in einer anderen Version: Frankfurt

Und nach dem erzwungenen Rücktritt von Kaiser Wilhelm II. im November 1918 war vor allem in den Arbeitervierteln Berlins folgende Version zu hören:

Es braust ein Ruf wie Donnerhall
es sitzt ein Mann im Schweinestall,
der einstmals war von hohem Stand
und Wilhelm II. sich hat genannt.
Er floh nach Holland hin geschwind
mit Stab und Hofnarr, Weib und Kind.
Das nennt man Lieb‘ zum Vaterland,
wie er’s im Krieg so oft genannt.

Zum Schluss noch die beiden letzten Zeilen aus der Parodie des Frankfurter Mundartdichter Friedrich Stoltze von 1884, die mir besonders gut gefallen: „Wacht ihr am Rhei so viel derr wollt, / In Frankfort lasst mich schlafe“!

Georg Nagel, Hamburg

Verwendete Literatur:

Georg Scherer und Franz Lipperheide (Hrsg.): Die Wacht am Rhein, das deutsche Volks- und Soldatenlied des Jahres 1870. Mit Portraits, Facsimiles, Musikbeilagen, Uebersetzungen etc. Zum Besten der Carl Wilhelm’s-Dotation und der deutschen Invalidenstiftung herausgegeben. Lipperheide, Berlin 1871.

Walter Moßmann/Peter Schleuning: Alte und neue Lieder. Entstehung und Gebrauch, Texte und Noten. Hamburg 1978. (Moßmann: Die Wacht am Rhein, Überlegungen zu drei Liedern, S. 17-80).

Wolfgang Steinitz: Der Grosse Steinitz. Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters aus sechs Jahrhunderten. Band I und II. Westberlin 1979.

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Über deutschelieder
“Deutsche Lieder” ist eine Online-Anthologie von Liedtextinterpretationen. Liedtexte sind die heute wohl meistrezipierte Form von Lyrik, aber zugleich eine in der Literaturwissenschaft vergleichsweise wenig beachtete. Die Gründe für dieses Missverhältnis reichen von Vorurteilen gegenüber vermeintlich nicht interpretationsbedürftiger Popkultur über grundsätzliche Bedenken, einen Songtext isoliert von der Musik zu untersuchen, die Schwierigkeit, eine editorischen Ansprüchen genügende Textfassung zu erstellen, bis zur Problematik, dass, anders als bei Gedichten, bislang kaum ein Korpus von Texten gebildet worden ist, deren Interpretation interessant erscheint. Solchen Einwänden und Schwierigkeiten soll auf diesem Blog praktisch begegnet werden: indem erprobt wird, was Interpretationen von Songtexten leisten können, ob sie auch ohne Einbeziehung der Musik möglich sind oder wie eine solche Einbeziehung stattfinden kann, indem Textfassungen zur Verfügung gestellt werden und im Laufe des Projekts ein Textkorpus entsteht, wenn viele verschiedene Beiträgerinnen und Beiträger ihnen interessant erscheinende Texte vorstellen. Ziel dieses Blogs ist es nicht nur, auf Songtexte als möglichen Forschungsgegenstand aufmerksam zu machen und exemplarisch Zugangsweisen zu erproben, sondern auch das umfangreiche Wissen von Fans zugänglich zu machen, das bislang häufig gar nicht oder nur in Fanforenbeiträgen publiziert wird und damit für die Forschungscommunity ebenso wie für eine breite Öffentlichkeit kaum auffindbar ist. Entsprechend sind nicht nur (angehende) Literaturwissenschaftler, sondern auch Fans, Sammler und alle anderen Interessierten eingeladen, Beiträge einzusenden. Dabei muss es sich nicht um Interpretationen im engeren Sinne handeln, willkommen sind beispielsweise ebenso Beiträge zur Rezeptions- oder Entstehungsgeschichte eines Songs. Denn gerade die Verschiedenheit der Beiträge kann den Reiz einer solchen Anthologie ausmachen. Bei den Interpretationen kann es schon angesichts ihrer relativen Kürze nicht darum gehen, einen Text ‘erschöpfend’ auszuinterpretieren; jede vorgestellte Lesart stellt nur einen möglichen Zugang zu einem Text dar und kann zur Weiterentwicklung der skizzierten Überlegungen ebenso anregen wie zum Widerspruch oder zu Ergänzungen. Entsprechend soll dieses Blog nicht zuletzt ein Ort sein, an dem über Liedtexte diskutiert wird – deshalb freuen wir uns über Kommentare ebenso wie über neue Beiträge. Jeden Montag wird ein neuer Text veröffentlicht.

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