Arbeiterkampflied und Gewerkschaftshymne: Hermann Scherchens „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“

Hermann Scherchen

Brüder, zur Sonne, zur Freiheit

Brüder, zur Sonne, zur Freiheit,
Brüder zum Licht empor!
Hell aus dem dunklen Vergangnen
leuchtet die Zukunft hervor.

Seht, wie der Zug von Millionen
endlos aus Nächtigem quillt,
bis eurer Sehnsucht Verlangen
Himmel und Nacht überschwillt!

Brüder, in eins nun die Hände,
Brüder, das Sterben verlacht!
Ewig, der Sklav'rei ein Ende,
heilig die letzte Schlacht!

Entstehung

Das Lied für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität war neben der Internationalen und Wann wir schreiten Seit an Seit (Interpretation hier) eines der bedeutendsten Kampflieder sozialistischer und kommunistischer Organisationen. Heute wird Brüder, zur Sonne, zur Freiheit häufig zum Abschluss von Parteitagen der Sozialdemokratischen Partei und Gewerkschaftskongressen gesungen.

Der deutsche Dirigent und Leiter eines Arbeiterchores Hermann Scherchen (1891-1966) dichtete den Text 1918, orientiert am russischen Revolutionslied Tapfer, Genossen im Gleichschritt. Die Melodie und den Text hatte Scherchen zu Beginn des Ersten Weltkriegs in Lettland kennengelernt, wo er als Dirigent des Rigaer Staatsorchesters tätig war und als Zivilist 1914 in einem russischen Lager interniert wurde.

Das Lied geht auf ein altes Studentenlied zurück, auf dessen Melodie der Revolutionär, Poet und Leiter der Moskauer Arbeiter Union Leonid Petrowitsch Radin (1860-1900) im Moskauer Gefängnis Taganka den russischen Text mit sieben Strophen verfasste: Smelo, towarischtschi, w nogu. Erstmals gesungen wurde dieses Lied 1897 von politischen Gefangenen auf dem Marsch durch Moskau in die sibirische Verbannung. Seit der russischen Revolution von 1905 und besonders in der Oktoberrevolution 1917 wurde es in Russland zur Hymne.

In Deutschland war 1920 der rechtsgerichtete Kapp-Putsch auch durch einen Generalstreik der Arbeiterschaft gescheitert, als Brüder, zur Sonne, zur Freiheit zum ersten Mal im September 1920 in Berlin von einem Arbeiterchor unter der Leitung von Hermann Scherchen in der Öffentlichkeit gesungen wurde.

Abb. aus: Inge Lammel: Arbeitermusikkultur in Deutschland 1844–1945. Bilder und Dokumente. Leipzig 1984.

Interpretation

Wie Fanfarenstöße klingen die ersten beiden Zeilen, in denen Scherchen neoromantische Metaphern verwendet, wie sie auch in Liedern der Jugendbewegung auftauchen (vgl. Walter Gättkes Text „Und wenn wir marschieren, / dann leuchtet ein Licht, / das Dunkel und Wolken strahlend durchbricht“ oder „uns geht die Sonne nicht unter“ aus: Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht). Sonne und Licht werden hier als Symbole für eine bessere Welt, für Fortschritt und Entwicklung benutzt (vgl. „Der Erde Glück, der Sonne Pracht, / des Geistes Licht, des Wissens Macht / dem ganzen Volke sei’s gegeben“ aus dem 1891 von Max Kegel gedichteten Sozialistenmarsch). Sonne und Licht werden das dunkle Vergangene, nämlich „Hunger, Elend, tiefe Not (zweiter Vers aus Ludwig Renns Es wird die neue Welt geboren) überwinden. Eine Zuversicht, die sich auch im Hermann Claudius Lied Wann wir schreiten Seiten an Seit findet („fühlen wir, es muß gelingen: / Mit uns zieht die neue Zeit“) und die, bezogen auf den im November 1918 erkämpften Achtstunden-Tag als Etappensieg, zur Gewissheit wird.

Das Lied spricht in allen drei Strophen die Hörer und Singenden direkt an. „Brüder“ steht hier stellvertretend für alle Menschen (vgl. „Alle Menschen werden Brüder“ und „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“). Es ist ein Appell, aktiv zu werden, mit der Verheißung auf eine bessere Zukunft.

Doch allein der Sonne und dem Licht will man den Umschwung nicht überlassen. Man weiß, es bedarf des Klassenbewusstseins von Millionen von Mitkämpfern, das derart entwickelt sein muss (s. zweite Strophe), dass die Arbeiterklasse bereit ist, mit allen Mitteln – auch mit Gewalt – für die Befreiung der fremdbestimmten Arbeit („es gilt die Arbeit zu befreien“, Sozialistenmarsch) zu kämpfen. Und hieß es schon fast 30 Jahre früher Auf, Sozialisten schließt die Reihen und in der zweiten Strophe „Vernehmt den Weckruf! Schließt Euch an! / Aus Qual und Leid euch zu erheben“, so werden hier die „Brüder“ aufgefordert, sich im Kampf gegen die „Sklaverei“ zu vereinigen und in der als heilig genannten letzten Schlacht notfalls zum Sterben bereit zu sein. Bereits die Internationale hatte in der freien Übersetzung (1910) von Emil Luckardt (1880-1914) „zum letzten Gefecht“ aufgerufen.

Rezeptionsgeschichte

Brüder, zur Sonne wurde und wird noch heute von Arbeiterchören und auf Parteitagen und anderen Treffen von Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten und Gewerkschaftlern, aber auch von NS-Anhängern bzw. Neo-Nazis gesungen. Eine weite Verbreitung erlangte es durch die Veröffentlichung 1920 in Kampflieder, hg. von der Freien Sozialistischen Jugend Deutschlands (Verlag Junge Garde, 3. Auflage 40.-60. Tausend; Quelle: Arbeiterlied Archiv, Akademie der Künste, Berlin) und in der 2. Auflage von Kampfgesang – Proletarische Freiheitslieder (Verlag der K.A.P.D). Aufgrund der großen Nachfrage von Chören brachte Scherchen das Kampflied 1921 im Selbstverlag als Partitur heraus.

Brüder, zur Sonne, zur Freiheit wurde derart populär, dass bald zahlreiche Übersetzungen in europäische Sprachen folgten, nämlich ins Englische, Dänische, Norwegische und u.a. auch ins Kroatische und Estnische.

Abb. links: hdg.de, Lebendiges Museum online

 

Abb. rechts: Klaus Staeck: Plakat „Zum Lichte empor“, 1977 (Klaus Staeck: Plakate. Göttingen, Steidl 1988)

 

 

 

 

Wohl um sich von der SPD und dem ihr nahestehenden Deutschen Arbeitersängerbund auch im Lied abzugrenzen, wurden von kommunistischer Seite zwei Strophen hinzugedichtet (Text nach volksliederarchiv.de ):

Brechet das Joch der Tyrannen
die euch so grausam gequält
Schwenket die blutigroten Fahnen
über die Arbeiterwelt.

Brüder ergreift die Gewehre
auf zur entscheidenden Schlacht
Dem Sozialismus* die Ehre
Ihm sei in Zukunft die Macht.**

* auch: „dem Kommunismus die Ehre“

oder laut Deutschem Volksliederarchiv als weitere Variante: ** „Sowjet-Russland die Ehre / Den Kommunisten die Macht“

In den wirren Zeiten des Beginns der Weimarer Republik (Kapp-Putsch, Aufstand im Ruhrgebiet und Generalstreik) hatten im März 1921 kommunistische und linksradikale Kräfte in der Industrieregion um Halle, Leuna, Merseburg sowie im Mansfelder Land eine bewaffnete Arbeiterrevolte („Märzaktion“) initiiert. Dieser Mitteldeutsche Aufstand wurde noch im selben Monat von Regierungstruppen niedergeschlagen. Doch aus kommunistischer Sicht war die Notwendigkeit der Bewaffnung der Arbeiterklasse weiterhin gegeben. Und so entstanden in Mitteldeutschland martialische Verse, die erstmalig 1921 in der 3. Auflage von Kampflieder (40.-60. Tausend) veröffentlicht wurden: Brüder, ergreift die Gewehre (Text nach volksliederarchiv.de ).

1. Brüder, ergreift die Gewehre,
Auf zu  entscheidenden Schlacht.
Sollten denn unsere Heere
Fürchten das Trugbild der Macht.

2. Die wir dem Elend entstammen,
Brüder aus Armut und Qual,
Brennen im Kampfe zusammen,
Werden geschliffener Stahl.

3. Uns aus dem Elend zu lösen,
Ballt die bewaffnete Faust,
Die auf die zitternden Größen
Wie ein Blitz niedersaust.

4. Ihnen war Macht und war Ehre.
Wir sind vor Hunger verreckt.
Ladet die blanken Gewehre,
Das Bajonett aufgesteckt.

5. Auf, und verjagt die Tyrannen,
Dass ihre Herrschaft zerfällt
Schmückt mit den blutroten Fahnen
Unsere Arbeiterwelt.

Ebenfalls in dieser Auflage erschien von einem unbekannten Dichter als weitere Variante von Brüder, zur Sonne, zur Freiheit das „Kampflied des jüdischen Proletariats“ Brüder, wir stehen geschlossen (Text nach volksliederarchiv.de ):

 

1. Brüder, wir stehen geschlossen,
auf Leben und Tod wie ein Mann:
Wir stehen im Kampf als Genossen,
die Fahne, die rote, voran!

2. Trifft dich ein Schuß mein Getreuer,
ein Schuß von dem Feinde, dem Hund,
Ich trag dich heraus aus dem Feuer
und heil dir mit Küssen die Wund’.

3. Bist du gefallen, ein Toter,
die Augen, die lieben, in Nacht,
bedeckt dich die Fahne, die rote,
ich folg dir in blutiger Schlacht.

Die Übersetzung Brüder, ergreift die Gewehre, die das Arbeiterlied Archiv der Akademie der Künste, Berlin, dem Schriftsteller Max Barthel (1893-1975) zuschreibt, lehnt sich enger an das russische Vorbild Smelo, towarischtschi, w nogu an als die freie Übersetzung von Hermann Scherchen. Barthel war derzeit KPD-Mitglied, trat 1923 in die SPD und wurde nach 1933 Mitarbeiter des Völkischen Beobachters.

Ebenso wie die Nationalsozialisten das sozialdemokratische Lied Wenn wir schreiten Seit an Seit (Interpretation hier) übernommen haben, so wurde auch Brüder, zur Sonne zur Freiheit von den Nazis gesungen, manchmal mit einer zusätzlichen vierten Strophe. Völlig im NS-Sinne wurde das Lied erst 1927 von einem nicht genannten Texter mit einem Treubekenntnis zu Hitler umgedichtet.

1. Brüder in Zechen und Gruben
Brüder ihr hinter dem Pflug,
Aus den Fabriken und Stuben,
Folgt uns’res Banners Zug.

2. Einst kommt der Tag der Rache,
Einmal, da werden wir frei;
Schaffendes Deutschland, erwache,
Brich deine Kette entzwei.

3. Börsengauner und Schieber
Knechten das Vaterland;
Wir wollen ehrlich verdienen,
leißig mit schaffender Hand.

4. Dann laßt das Banner fliegen,
Daß unsre Feinde es sehn,
Immer werden wir siegen,
Wenn wir zusammenstehn.

5. Hitler ist unser Führer,
Ihn lohnt nicht goldner Sold,
Der von den jüdischen Thronen
Vor seine Füße rollt.

6. Hitler treu ergeben,
Treu bis in den Tod.
Hitler wird uns führen
Einst aus dieser Not.

(Text aus: ingeb.org)

In einigen Fassungen von Brüder in Zechen und Gruben ist die 3. Strophe „Börsengauner […]“ weggefallen und eine neue  Strophe eingefügt worden:

Ladet die blanken Gewehre,
ladet mit Pulver und Blei!
Schießt auf die Vaterlandsverräter,
nieder mit der Judentyrannei!

Während Brüder in Zechen und Gruben vorwiegend von der SS gesungen und von Musikkorps diverser SS-Standarten intoniert wurde, sangen hauptsächlich Mitglieder der SA Brüder, formiert die Kolonnen.

1. Brüder formiert die Kolonnen
Hört der Tausende Schrei
Deutschland mein Deutschland wir kommen
Deutschland wir stürmen dich frei.

2. Hört ihr die Toten uns mahnen
Schaffendes Deutschland in Not
Stürmend entrollt unsere Fahnen
blutrot und schwarz wie der Tod.

3. Brüder wir machen ein Ende
Reißet von Ketten Euch los
Deutschland, Großdeutschland wir kommen
schaffen dich einig und groß.

4. Brüder formiert die Kolonnen
Setzet ein Ende der Not
Deutschland, mein Deutschland wir kommen
bringen dir Freiheit und Brot.

(Text aus volksliederarchiv.de )

1933-1945

Den beiden nationalsozialistischen Versionen war nur ein begrenzter Erfolg beschieden. Von 1933 bis 1941 enthielten die mir in Online-Archiven zugänglichen NS-Liederbücher überwiegend stattdessen Brüder, zur Sonne, zur Freiheit mit den drei Originalstrophen, z. B. 1933 das SA-Liederbuch und Deutsche Kampf- und Volkslieder der NSDAP von 1941, um nur zwei zu nennen. Auch die vom NS-Lehrerbund herausgegebenen Schulbücher erhielten wie weitere zahlreiche Liederbücher nur die drei ursprünglichen Strophen. Nur vereinzelt erschienen Liederbücher wie Uns geht die Sonne nicht unter (HJ 1934) oder Sturm- und Kampflieder für Front und Heimat (NSDAP 1941) mit der abgewandelten (s. o.) vierten Strophe „Brechet das Joch der Tyrannen, / die euch so grausam gequält. / Schwenkt die Hakenkreuzfahne / über dem Arbeiterstaat“ (in der kommunistischen Version „Schwenket die blutroten Fahnen / über die Arbeiterwelt“, s.o.). Deutschland voran (o.J., vor dem 1. März 1935, Wiedereingliederung des Saarlands in das Deutsche Reich) wies zusätzlich eine fünfte Strophe aus: „Brüder, bald schlägt sie, die Stunde, / Brüder, wir – ihr – all von der Saar: / Bald heilt auf ewig die Wunde, / deutsch bleibt die Saar immerdar!“

Im spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) erhielt Brüder, zur Sonne, zur Freiheit große Resonanz. Sowohl das Liederbuch Kampflieder – Spanisches Liederbuch (Madrid, 2. Auflage 1937) als auch die Canciones de las Brigadas (Barcelona. 5. Auflage 1938) enthielten das Lied in verschiedenen Übersetzungen (Quelle: Arbeiterlieder Archiv, Akademie der Künste, Berlin).

Nach 1945

Gleich nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs brachte die FDJ das Liederbuch der deutschen Jugend mit den drei Strophen von Brüder, zur Sonne, zur Freiheit heraus, noch im selben Jahr folgte in Westdeutschland das Naturfreunde-Liederbuch. Bis 1989 weisen das Schendel-Archiv (deutscheslied.com) und das Deutsche Musikarchiv, Leipzig (DMA), rund 100 Liederbücher und Partituren mit dem Lied aus. Von den Partituren entfallen rund ¾ auf die DDR, von den Liederbüchern ungefähr die Hälfte. Von den knapp 50 im DMA-Katalog aufgeführten Tonträgern wurden etwa ¾ in der DDR herausgegeben. Unter den Liederbüchern waren auch einige, denen eine vierte Strophe angehängt wurde („Brechet das Joch der Tyrannen“ s.o.), wie 1957 in der DDR Schreiten wir in Reih und Glied – Liederbuch der Kampftruppen oder das 1988 in der 18. Auflage erschienene Leben, Singen, Kämpfen der FDJ und in der BRD Es wollt ein Bauer früh aufstehn der Gruppe Zupfgeigenhansel (1979) oder Das sind unsere Lieder von Hein und Oss Kröher (1988). Im DMA-Katalog ist nur eine Schallplatte (LP) des Erich Weinert Ensembles mit der kommunistischen Version Brüder, ergreift die Gewehre zu finden, dagegen mehr als 30 andere Tonträger mit Brüder, zur Sonne, zur Freiheit; zum Vergleich: BRD: 1945 bis 1989 zwölf Tonträger.

Zu erwähnen ist noch, dass Brüder zur Sonne am 17. Juni 1953 in zahlreichen Orten in der DDR auf den Demonstrationen gesungen wurde, so beispielsweise in Berlin, Merseburg, Rathenow und Schmölln. Genauso wurde es mehrfach bei den Montagsdemonstrationen 1989 in Leipzig gesungen (Quelle: Historisch kritisches Liederlexikon).

Abb: Freimut Wössner. In: die tageszeitung, 27. 9.1989

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bis heute ist das Lied in sozialdemokratischen und Gewerkschaftskreisen beliebt geblieben. Auch nach 1990 sind einige Liederbücher mit dem Kampflied erschienen, von denen ich nur die zweibändige Sammlung des Liederforschers Kurt Klusen Deutsche Lieder und Unser dickes Liederbuch der St. Georg Pfadfinderschaft hervorheben will. Auf den wenigen CDs, die der Katalog des DMA nach 1989 ausweist, wird das Lied vorwiegend von Chören gesungen. Die Interpretationen von Hannes Wader und Hein und Oss Kröher stammen aus früheren Jahren. Erst vor einigen Jahren, nämlich 2013, erschien im B.T.M. Verlag, Berlin, die CD Soldaten singen: Kampflieder der NVA und der Deutschen Volkspolizei; Originalaufnahmen von 1957-1988 und im selben Jahr wurde das Lied in das Liederbuch des Freien Begegnungsschachts (Vereinigung reisender und ehemaliger Wandergesellen) aufgenommen.

Nachzutragen ist noch der Versuch, des Songschreibers und Musikers Peter Kühn, die „Schwestern“ einzubeziehen. Nicht bekannt ist, ob sich Kühn dabei am Brief des Paulus an Galater, 5, Vers 13: „Ihr aber, Brüder und Schwestern, seid zur Freiheit berufen“ orientiert hat.

Brüder und Schwestern, die Freiheit
die Freiheit des Marktes ist groß
sind wir ins Ausland gegangen
sind wir die Finanzämter los

Seht nur die vielen Millionen
um die wir die Völker geprellt
wir pfeifen auf Staaten und Steuern
wir sind die Herren der Welt.

(Text aus liedermacher-peter-kuehn.eu/).

Passend dazu zu eine Karikatur von Tom Körner:

Abb: Tom. In: die tageszeitung, 5. Mai 1993.

Erwähnenswert finde ich noch eine Parodie aus dem Jahr 1979 des Musikkabaretts Die 3 Tornados Brüder im Wartburg zur Freiheit (Text: Arnulf Rating, Günther Thews, Hans-Jochen Krank):

Wartburg (M)arschlied

Brüder, im Wartburg zur Freiheit,
Schwestern, im Sputnik empor.
Hell aus dem Intershopladen
Leuchtet die Zukunft hervor.

Seht, wie der Zug von Millionen
aus den Betrieben quillt:
geschunden, kaputt und geschlagen,
aber das Plansoll erfüllt.

Arbeiter, Bauern und Meister,
Enkel von Marx und Lenin,
ihr seid historisch schon weiter
dankt der Parteidisziplin.

Brüder, im Wartburg zur Freiheit,
Schwestern, im Sputnik empor.
Deutschland, dein Sozialismus
bringt wahre Wunder hervor,
bringt Pepsi-Cola hervor.

Georg Nagel, Hamburg

Wander-, Arbeiter-, Gewerkschafts- und SPD-Lied: Hermann Claudius‘ „Wann wir schreiten Seit an Seit“

Hermann Claudius

Wann wir schreiten Seit' an Seit'

1. Wann wir schreiten Seit’ an Seit’
und die alten Lieder singen
und die Wälder widerklingen
fühlen wir, es muß gelingen:
Mit uns zieht die neue Zeit,
Mit uns zieht die neue Zeit.

2. Eine Woche Hammerschlag
eine Woche Häuserquadern
zittern noch in unsern Adern
aber keiner wagt zu hadern
Herrlich lacht der Sonnentag
herrlich lacht der Sonnentag.

3. Birkengrün und Saatengrün
Wie mit bittender Gebärde
hält die alte Mutter Erde
daß der Mensch ihr eigen werde
ihm die vollen Hände hin
ihm die vollen Hände hin.

4. Wort und Lied und Blick und Schritt
wie in uralt ew´gen Tagen
wollen sie zusammenschlagen
ihre starken Arme tragen
unsere Seelen fröhlich mit
unsere Seelen fröhlich mit.

5. Mann und Weib und Weib und Mann
sind nicht Wasser mehr und Feuer
Um die Leiber legt ein neuer
Frieden sich, wir blicken freier
Mann und Weib, uns fürder an
Mann und Weib, uns fürder an.

6. Wann wir schreiten Seit’ an Seit’
und die alten Lieder singen
und die Wälder widerklingen
fühlen wir, es muß gelingen:
Mit uns zieht die neue Zeit,
Mit uns zieht die neue Zeit.

So sehr wie Biographen des Dichters Hermann Claudius (1878-1980) und Literaturwissenschaftler hinsichtlich seines politischen Werdegangs übereinstimmen – zunächst deutsch-national, dann vom Engagement in der SPD und sozialdemokratischen Gewerkschaften und Teilnehmer am jugendbewegten Treffen der Freideutschen auf dem Hohen Meißner zum Unterzeichner des Führergelöbnisses der deutschen Dichter (1933) und Führerverehrer (1937 Gedicht Herr Gott, steh dem Führer bei), nach 1945 vom anerkannten niederdeutschen Dichter bis zum Klaus-Groth-Preisträger der Freiherr vom Stein-Stiftung – , so uneins sind sie sich über Entstehungsjahr und Erstdruck seines wohl berühmtesten Gedichts.

Dazu hat der Urenkel von Matthias Claudius (1740-1815, Der Mond ist aufgegangen) selbst beigetragen, indem er irrigerweise die Entstehung auf das Jahr 1916 datierte. Tatsächlich hat er es 1913 auf oder nach einer Heidewanderung mit einer internationalen Jugendgruppe geschrieben. Zum ersten Mal gedruckt erschien es im Juni 1914 mit dem Titel Wanderlied – Der neuen Jugend gewidmet in der Monatsbeilage Die arbeitende Jugend der SPD- und gewerkschaftsnahen Zeitung Hamburger Echo. Manche Literaturwissenschaftler nennen hingegen als Erstdruck den Gedichtband Lieder der Unruh, der erst 1920 herausgegeben wurde.

Zur Vertonung des Gedichts durch den Rechtssekretär der freien Gewerkschaften Michael Englert (1868-1956, Komponist des heute noch bekannten Lieds Wir sind jung, die Welt ist offen, 1914) werden zwei unterschiedliche Jahre überliefert. Englert selbst, im Nebenberuf Musiklehrer und Chorleiter, spricht in einem Brief von der ersten öffentlichen Aufführung des Liedes auf einer Protestkundgebung von Teilen der Hamburger SPD gegen die Fortsetzung des Krieges im Frühjahr 1915. Die meisten Liederbücher nennen das Jahr 1916, in dem das Lied auf der Gründungsversammlung der Freien Jugend Hamburg-Altona vom Arbeiterjugendchor dargeboten wurde. Nachdem es die Hamburger Arbeiterjugend zum ersten reichszentralen Arbeiterjugendtag im August 1920 nach Weimar mitbrachte, wurde es zur Hymne des Jugendtages. Innerhalb weniger Wochen verbreiteten die Jugendtagsteilnehmer und Jugendchöre das Weimarlied im ganzen Reich.

Ursprünglich sollte Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ ein Liebesgedicht werden. Claudius hatte auf der Heidewanderung eine junge Österreicherin kennengelernt und als erste Strophe „Mann und Weib und Weib und Mann“ vorgesehen (ausführlich unter www.hermann-claudius.de einer Website des Biographen Gerd Katthage). Dann aber, beeindruckt durch die von der Arbeiterschaft erkämpften sozialen Fortschritte (z. B. 1891 bzw. 1895 das Verbot der Sonntagarbeit, 1908 Nachtarbeitverbot für Frauen und Jugendliche), schreibt Claudius neue Verse und die ehemalige erste Strophe wird zur fünften. Durch die neue erste Strophe und die zweite, „Eine Woche Hammerschlag“, entsteht ein Arbeitergedicht. Die Erfahrung der sozialistischen Kräfte, dass mit Einigkeit und durch solidarisches Kämpfen soziale Fortschritte zu erreichen sind, greift Claudius auf: „Wann wir schreiten Seit‘ an Seit“, „spüren wir, es muss gelingen“, und er ist gewiss „mit uns zieht die neue Zeit“. Und tatsächlich werden weitere Forderungen der SPD und der Gewerkschaften durchgesetzt: 1916 die Herabsetzung des Rentenalters für Arbeiter von 70 auf 65 Jahre – entsprechend dem für Angestellte -, für Frauen auf 60 Jahre und 1918 die Reduzierung der Arbeitszeit auf 8 Stunden täglich bzw. 48 Stunden wöchentlich.

Die zweite Strophe bezieht sich auf die „Maloche“ in der industriellen Arbeitswoche, die noch am Sonntag zu spüren ist, genauso wie die menschenunfreundlichen Städte und Wohnverhältnisse (vgl. die Interpretation von Aus grauer Städte Mauern auf diesem Blog).

Mit der dritten Strophe und den Naturmetaphern „Birkengrün und Saatengrün“ und „Mutter Erde“ knüpft Claudius an seine Eindrücke auf Wanderungen mit jugendbewegten Gruppen an, wie sie bereits mit den „widerklingenden Wäldern“ zum Ausdruck kamen.

„Mit Blick und Schritt“ und „Wort und Lied“ (vierte Strophe) schreitet man „Seit‘ an Seit‘“. Ein Ziel wird nicht genannt, auch nicht wie die „neue“ Zeit aussehen soll; von Klassenkampf ist nicht die Rede. Claudius bleibt in den ersten vier Versen in seinen Aussagen vage. Wahrscheinlich ist das ein Grund dafür, dass sowohl Arbeiter auf Versammlungen und bei Demonstrationen als auch Jugendbewegte das Lied auf Fahrt und am Lagerfeuer gesungen haben und ihre Nachfolger es heute noch singen.

Erst die fünfte Strophe wird konkret. Es geht um die Gleichberechtigung von Mann und Frau, um den Frieden zwischen den Geschlechtern und deren Versöhnung. Schaut man sich an, wie sich das im Original sechsstrophige Lied (in der sechsten Strophe werden die Zeilen der ersten wiederholt, s. o.) in Liederbüchern wiederfindet, so fällt auf, dass sie – besonders seit 1930 – in ihrer übergroßen Mehrheit die fünfte Strophe weggelassen haben. Es scheint so, als ob sie seitdem als nicht passend für ein Arbeiterlied oder ein Wanderlied angesehen wurde und wird.

Aber wegen der Unbestimmtheit der Aussagen wurde es in allen Kreisen der Bevölkerung gesungen wie die Liederbücher der jugendbewegten Wanderer, z. B. Auf froher Wanderfahrt (1921) oder Fritz Sotkes Unsere Lieder (6. Auflage 1924), der Handwerker und Arbeiter, z. B Gesellen-Liederbuch (1924) Das Volkslied (Arbeiterjugend Verlag 1927) oder Arbeiter- und Freiheitslieder (1928) zeigen. Auch Christen und Turner nahmen Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ in ihre Liederbücher auf, z. B. Liederbuch der Freiburger Turnerschaft von 1844 (1927) und Die güldene Sonne (Liederbuch des Bundes für Gegenwartschristentum, 1925), ebenso wie es Eingang in Schulbücher fand, z. B. Lied und Leben (Ausgabe A, 2. Teil, 1930).

Wie viele andere Lieder aus der Wandervogelzeit griffen die Nationalsozialisten, besonders in den ersten Jahren ihrer Herrschaft, mangels eigener Lieder und um jugendbewegte Gruppen leichter in die Hitlerjugend überführen zu können, auch Wann wir schreiten Seit an Seit‘ auf. Bereits 1933 erschien es im vom Reichsjugendführer Baldur von Schirach herausgegebenen Liederbuch Blut und Ehre. Liederbücher der NSDAP, SA, des Reichsarbeitsdiensts und der NS-Frauenschaft folgten. Die Nazis zogen eine andere, von dem Richter und späteren Musikprofessor Armin Knab (1881-1951 komponierte, Melodie im 3/2 Takt vor, weil es sich danach besser marschieren ließ. Die 1933 im Liederbuch der NSDAP proklamierten drei zusätzlichen Strophen finden sich nur in wenigen anderen NS-Liederbüchern wieder. Die Strophen eines nicht benannten Verfassers mit dem Refrain der letzten Strophe „Mit uns zieht das Dritte Reich“ lauten:

Wann wir schreiten Seit an Seit_1

Wann wir schreiten Seit an Seit_2

(Faksimile aus: Sturm- und Kampflieder für Front und Heimat, Berlin 1941, Dank an das Archiv der deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein.)

Die gängige Melodie hat weitere Organisationen zu Änderungen und Ergänzungen in ihrem Sinne veranlasst. So lautete der Refrain der Weimarer KPD und ihrer nahestehenden Organisationen „Mit uns zieht Karl Liebknechts Geist“ oder „… Ernst Thälmanns Geist“.

1924 erschien bereits ein Liederbuch für „Naturfreunde, Menschheitsfriede und Gottesgemeinschaft“ mit dem Titel Sonnenlieder, das zusätzlich zu den sechs Strophen des Originals folgende Strophen enthielt:

Mensch und Mensch und Volk und Volk,
Laßt uns nicht in Hass verzehren!
Gier und Selbstzucht , sie zerstören
Unser Leben, und sie wehren
/:alle guten Geister ab.:/

Mensch und Volk und Welt in Not
Was kann dir den Frieden bringen?
Deinen Hochmut mußt du zwingen,
im Verzeih’n die Hände schlingen:
/:Heimat wird nun allen Gott:/

Die katholische Kaufmannsjugend wollte 1930 nicht länger nachstehen, und so tauchten in ihrem Liederbuch Blaue Fahnen diese Strophen auf:

Wort und Lied und Blick und Schritt
wie in uralt ew´gen Tagen
wollen sie zusammenschlagen
ihre starken Arme tragen
unsere Seelen fröhlich mit

Heilgem Kampf sind wir geweiht
Gott verbrennt in Zornes Feuern
eine Welt, sie zu erneuern
wollen kraftvoll wir beteuern
/:Christus. Herr der neuen Zeit.:/

(aus: www.volksliederarchiv.de)

Der Literaturwissenschaftler Wolfgang Lindner meint zu der letzten christlich geprägten Strophe: „1944 wird, unter dem Eindruck des untergehenden ‚Dritten Reiches‘ und der Apokalypse des Bombenhagels, im Milieu der illegalen katholischen Pfadfinderbewegung durch deren Begründer in Bayern, den Theologen Ludwig Hugin, eine eschatologische Strophe angefügt, die den Neu-Reichs-Chiliasmus des ursprünglichen Textes (‚Mit uns zieht die neue Zeit‘) ins Christliche wendet“ (Wolfgang Lindner: Jugendbewegung als Äußerung lebensideologischer Mentalität. Hamburg 2003, S. 148):

Heil`gem Kampf sind wir geweiht.
Gott verbrennt in Zornesfeuern
eine Welt, sie zu erneuern,
wollen machtvoll wir beteuern.
Christus, Herr der neuen Zeit.

Eine ganz andere Strophe verfasste 1938 der im Arbeitslager Aschendorfer Moor (Emslandlager II) inhaftierte Kommunist Heinz Hentschke, in der er sich auf die Situation der Häftlinge in den elf Moorlagern bezog:

Einer Woche Kuhlbetrieb
und das Rollen schwerer Loren
klingen stets in unsern Ohren,
aber keiner träumt verloren.
/: Hoffnungsfroh bleib, Moorsoldat!:/

(norddeutsch „Kuhle“: Mulde, die beim Torfstechen und Trockenlegen entsteht)

Während 1942 der Originaltext von Hermann Claudius in das vor den KZ-Wächtern geheim gehaltene Lagerliederbuch des Konzentrationslagers von Sachsenhausen aufgenommen wurde, übernahm die Wehrmacht ebenfalls 1942 das Lied mit vier Strophen und der Melodie von Armin Knab in ihr Liederbuch Soldaten singen (Dank an das Archiv Schendel, www.deutscheslied.com).

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Beliebtheit des Weimarer Lieds ungebrochen. Bereits 1946 tauchte es im Liederbuch für die deutschen Flüchtlinge in Dänemark auf. Katholische Jugend und Naturfreunde folgten mit ihren Liedersammlungen; die DDR brachte die Lieder der deutschen Jugend (FDJ) und Musik in der Schule, Bd. 3 heraus, und die drei Rundfunksender der DDR benutzten Anfang der 50er Jahre die Tonfolge des Refrains „….mit uns zieht die neue Zeit“ als Pausenzeichen.

Ab 1953/54 wurde das Lied in zahlreiche Liederbücher übernommen, von denen hier der Kuriosität halber nur das Liederbuch des Deutschen Fußball-Bundes und das des schwäbischen Albvereins (beide 1953) erwähnt werden sollen. Bis 2013 (zuletzt das Liederbuch des Freien Begegnungsschachts, einer Gruppierung fahrender Gesellen) erschienen über 100 Liederbücher und mehr als 20 Partituren (soweit sie im Archiv Schendel und im Deutschen Musikarchiv vorhanden sind) sowie unzählige Liederhefte und Liederblätter.

Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ war und ist vielseitig einsetzbar als Wanderlied, Arbeiterlied und als Lied, um ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen. So verwundert es nicht, dass es von Wandervereinen, von Bündischen, Pfadfindern, konfessionellen Kreisen, von Turnern und anderen Sportlern, von der Zelt- und Waldjugend, von der Naturfreundejugend, von landsmannschaftlichen Gruppierungen und auch in Schulen und sogar von Neurechten (z. B. dem Freibund) gesungen wurde und noch wird. Sogar die Bundeswehr nahm das Lied 1956, 1976 und noch 1998 in ihre Liederbücher auf, ebenso wie der Verband der Fallschirmjäger 1983 (nicht bekannt ist, ob sie „Wenn wir springen Seit‘ an Seit‘ gesungen haben).

Auch in Österreich und in der Schweiz ist das Lied bekannt, wie z. B. das Steirische Liederbuch oder das Liederbuch des Schweizerischen Arbeitergesangverbands zeigen.

Und natürlich gehört Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ nach wie vor den Gewerkschaften, der SPD und den ihr nahestehenden Organisationen. Etliche Jahre wurde es auf Bundesparteitagen der SPD als Schlusslied benutzt, so dass es wie Brüder zur Sonne zur Freiheit auch als (zweite) „Hymne der SPD“ bezeichnet wird.

Bereits in den 30er Jahren war über das Musikalische hinaus die erste Zeile (Incipit) zu einem geläufigen Begriff geworden, wovon nicht nur die Titel einiger Liederbücher und Tonträger zeugen. Zusätzlich seien exemplarisch hier genannt: Die Deutsche Buch-Gemeinschaft 1932 mit ihrer „Sammlung von Aufsätzen über das Wandern und Jugendherbergen“ und dem Titel Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ (1932), Heinz Blievernichts Buch zur „Geschichte und Leistung der Arbeiterjugendbewegung“ (1983) und das Niederrheinische Museum, Duisburg, mit seinem Festival und einer Ausstellung mit dem Untertitel „Arbeiteralltag – Arbeiterbewegung – Arbeiterkultur“ (1989).

Von den rund 20 Tonträgern, von der Schellackplatte bis zur CD, die das Deutsche Musikarchiv in seinem Bestand ausweist, ist eine Aufnahme aus 2004 hervorzuheben, die den Untertitel „Hymnen und Kampflieder der Arbeiterbewegung“ trägt und u. a. Aufnahmen von Ernst Busch enthält.

Und um noch einmal auf die unbestimmten Aussagen des Weimarlieds zurückzukommen. In der ersten Strophe des Sachsenhausen-Lieds, die an den ersten Vers des Weimarer Lieds erinnert, wussten die KZ-Häftlinge genau, wovon sie sangen:

Wir schreiten fest im gleichen Schritt
Wir trotzen Not und Sorgen
/:Denn in uns zieht die Hoffnung mit
auf Freiheit und auf Morgen.:/

(Text von Karl Fischer, Bernhard Bästlein, Karl Wloch in Das Lagerliederbuch, 1942. Melodie nach Die Bauern wollen freie sein).

Georg Nagel, Hamburg