Wander-, Arbeiter-, Gewerkschafts- und SPD-Lied: Hermann Claudius‘ „Wann wir schreiten Seit an Seit“

Hermann Claudius

Wann wir schreiten Seit' an Seit'

1. Wann wir schreiten Seit’ an Seit’
und die alten Lieder singen
und die Wälder widerklingen
fühlen wir, es muß gelingen:
Mit uns zieht die neue Zeit,
Mit uns zieht die neue Zeit.

2. Eine Woche Hammerschlag
eine Woche Häuserquadern
zittern noch in unsern Adern
aber keiner wagt zu hadern
Herrlich lacht der Sonnentag
herrlich lacht der Sonnentag.

3. Birkengrün und Saatengrün
Wie mit bittender Gebärde
hält die alte Mutter Erde
daß der Mensch ihr eigen werde
ihm die vollen Hände hin
ihm die vollen Hände hin.

4. Wort und Lied und Blick und Schritt
wie in uralt ew´gen Tagen
wollen sie zusammenschlagen
ihre starken Arme tragen
unsere Seelen fröhlich mit
unsere Seelen fröhlich mit.

5. Mann und Weib und Weib und Mann
sind nicht Wasser mehr und Feuer
Um die Leiber legt ein neuer
Frieden sich, wir blicken freier
Mann und Weib, uns fürder an
Mann und Weib, uns fürder an.

6. Wann wir schreiten Seit’ an Seit’
und die alten Lieder singen
und die Wälder widerklingen
fühlen wir, es muß gelingen:
Mit uns zieht die neue Zeit,
Mit uns zieht die neue Zeit.

So sehr wie Biographen des Dichters Hermann Claudius (1878-1980) und Literaturwissenschaftler hinsichtlich seines politischen Werdegangs übereinstimmen – zunächst deutsch-national, dann vom Engagement in der SPD und sozialdemokratischen Gewerkschaften und Teilnehmer am jugendbewegten Treffen der Freideutschen auf dem Hohen Meißner zum Unterzeichner des Führergelöbnisses der deutschen Dichter (1933) und Führerverehrer (1937 Gedicht Herr Gott, steh dem Führer bei), nach 1945 vom anerkannten niederdeutschen Dichter bis zum Klaus-Groth-Preisträger der Freiherr vom Stein-Stiftung – , so uneins sind sie sich über Entstehungsjahr und Erstdruck seines wohl berühmtesten Gedichts.

Dazu hat der Urenkel von Matthias Claudius (1740-1815, Der Mond ist aufgegangen) selbst beigetragen, indem er irrigerweise die Entstehung auf das Jahr 1916 datierte. Tatsächlich hat er es 1913 auf oder nach einer Heidewanderung mit einer internationalen Jugendgruppe geschrieben. Zum ersten Mal gedruckt erschien es im Juni 1914 mit dem Titel Wanderlied – Der neuen Jugend gewidmet in der Monatsbeilage Die arbeitende Jugend der SPD- und gewerkschaftsnahen Zeitung Hamburger Echo. Manche Literaturwissenschaftler nennen hingegen als Erstdruck den Gedichtband Lieder der Unruh, der erst 1920 herausgegeben wurde.

Zur Vertonung des Gedichts durch den Rechtssekretär der freien Gewerkschaften Michael Englert (1868-1956, Komponist des heute noch bekannten Lieds Wir sind jung, die Welt ist offen, 1914) werden zwei unterschiedliche Jahre überliefert. Englert selbst, im Nebenberuf Musiklehrer und Chorleiter, spricht in einem Brief von der ersten öffentlichen Aufführung des Liedes auf einer Protestkundgebung von Teilen der Hamburger SPD gegen die Fortsetzung des Krieges im Frühjahr 1915. Die meisten Liederbücher nennen das Jahr 1916, in dem das Lied auf der Gründungsversammlung der Freien Jugend Hamburg-Altona vom Arbeiterjugendchor dargeboten wurde. Nachdem es die Hamburger Arbeiterjugend zum ersten reichszentralen Arbeiterjugendtag im August 1920 nach Weimar mitbrachte, wurde es zur Hymne des Jugendtages. Innerhalb weniger Wochen verbreiteten die Jugendtagsteilnehmer und Jugendchöre das Weimarlied im ganzen Reich.

Ursprünglich sollte Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ ein Liebesgedicht werden. Claudius hatte auf der Heidewanderung eine junge Österreicherin kennengelernt und als erste Strophe „Mann und Weib und Weib und Mann“ vorgesehen (ausführlich unter www.hermann-claudius.de einer Website des Biographen Gerd Katthage). Dann aber, beeindruckt durch die von der Arbeiterschaft erkämpften sozialen Fortschritte (z. B. 1891 bzw. 1895 das Verbot der Sonntagarbeit, 1908 Nachtarbeitverbot für Frauen und Jugendliche), schreibt Claudius neue Verse und die ehemalige erste Strophe wird zur fünften. Durch die neue erste Strophe und die zweite, „Eine Woche Hammerschlag“, entsteht ein Arbeitergedicht. Die Erfahrung der sozialistischen Kräfte, dass mit Einigkeit und durch solidarisches Kämpfen soziale Fortschritte zu erreichen sind, greift Claudius auf: „Wann wir schreiten Seit‘ an Seit“, „spüren wir, es muss gelingen“, und er ist gewiss „mit uns zieht die neue Zeit“. Und tatsächlich werden weitere Forderungen der SPD und der Gewerkschaften durchgesetzt: 1916 die Herabsetzung des Rentenalters für Arbeiter von 70 auf 65 Jahre – entsprechend dem für Angestellte -, für Frauen auf 60 Jahre und 1918 die Reduzierung der Arbeitszeit auf 8 Stunden täglich bzw. 48 Stunden wöchentlich.

Die zweite Strophe bezieht sich auf die „Maloche“ in der industriellen Arbeitswoche, die noch am Sonntag zu spüren ist, genauso wie die menschenunfreundlichen Städte und Wohnverhältnisse (vgl. die Interpretation von Aus grauer Städte Mauern auf diesem Blog).

Mit der dritten Strophe und den Naturmetaphern „Birkengrün und Saatengrün“ und „Mutter Erde“ knüpft Claudius an seine Eindrücke auf Wanderungen mit jugendbewegten Gruppen an, wie sie bereits mit den „widerklingenden Wäldern“ zum Ausdruck kamen.

„Mit Blick und Schritt“ und „Wort und Lied“ (vierte Strophe) schreitet man „Seit‘ an Seit‘“. Ein Ziel wird nicht genannt, auch nicht wie die „neue“ Zeit aussehen soll; von Klassenkampf ist nicht die Rede. Claudius bleibt in den ersten vier Versen in seinen Aussagen vage. Wahrscheinlich ist das ein Grund dafür, dass sowohl Arbeiter auf Versammlungen und bei Demonstrationen als auch Jugendbewegte das Lied auf Fahrt und am Lagerfeuer gesungen haben und ihre Nachfolger es heute noch singen.

Erst die fünfte Strophe wird konkret. Es geht um die Gleichberechtigung von Mann und Frau, um den Frieden zwischen den Geschlechtern und deren Versöhnung. Schaut man sich an, wie sich das im Original sechsstrophige Lied (in der sechsten Strophe werden die Zeilen der ersten wiederholt, s. o.) in Liederbüchern wiederfindet, so fällt auf, dass sie – besonders seit 1930 – in ihrer übergroßen Mehrheit die fünfte Strophe weggelassen haben. Es scheint so, als ob sie seitdem als nicht passend für ein Arbeiterlied oder ein Wanderlied angesehen wurde und wird.

Aber wegen der Unbestimmtheit der Aussagen wurde es in allen Kreisen der Bevölkerung gesungen wie die Liederbücher der jugendbewegten Wanderer, z. B. Auf froher Wanderfahrt (1921) oder Fritz Sotkes Unsere Lieder (6. Auflage 1924), der Handwerker und Arbeiter, z. B Gesellen-Liederbuch (1924) Das Volkslied (Arbeiterjugend Verlag 1927) oder Arbeiter- und Freiheitslieder (1928) zeigen. Auch Christen und Turner nahmen Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ in ihre Liederbücher auf, z. B. Liederbuch der Freiburger Turnerschaft von 1844 (1927) und Die güldene Sonne (Liederbuch des Bundes für Gegenwartschristentum, 1925), ebenso wie es Eingang in Schulbücher fand, z. B. Lied und Leben (Ausgabe A, 2. Teil, 1930).

Wie viele andere Lieder aus der Wandervogelzeit griffen die Nationalsozialisten, besonders in den ersten Jahren ihrer Herrschaft, mangels eigener Lieder und um jugendbewegte Gruppen leichter in die Hitlerjugend überführen zu können, auch Wann wir schreiten Seit an Seit‘ auf. Bereits 1933 erschien es im vom Reichsjugendführer Baldur von Schirach herausgegebenen Liederbuch Blut und Ehre. Liederbücher der NSDAP, SA, des Reichsarbeitsdiensts und der NS-Frauenschaft folgten. Die Nazis zogen eine andere, von dem Richter und späteren Musikprofessor Armin Knab (1881-1951 komponierte, Melodie im 3/2 Takt vor, weil es sich danach besser marschieren ließ. Die 1933 im Liederbuch der NSDAP proklamierten drei zusätzlichen Strophen finden sich nur in wenigen anderen NS-Liederbüchern wieder. Die Strophen eines nicht benannten Verfassers mit dem Refrain der letzten Strophe „Mit uns zieht das Dritte Reich“ lauten:

Wann wir schreiten Seit an Seit_1

Wann wir schreiten Seit an Seit_2

(Faksimile aus: Sturm- und Kampflieder für Front und Heimat, Berlin 1941, Dank an das Archiv der deutschen Jugendbewegung, Burg Ludwigstein.)

Die gängige Melodie hat weitere Organisationen zu Änderungen und Ergänzungen in ihrem Sinne veranlasst. So lautete der Refrain der Weimarer KPD und ihrer nahestehenden Organisationen „Mit uns zieht Karl Liebknechts Geist“ oder „… Ernst Thälmanns Geist“.

1924 erschien bereits ein Liederbuch für „Naturfreunde, Menschheitsfriede und Gottesgemeinschaft“ mit dem Titel Sonnenlieder, das zusätzlich zu den sechs Strophen des Originals folgende Strophen enthielt:

Mensch und Mensch und Volk und Volk,
Laßt uns nicht in Hass verzehren!
Gier und Selbstzucht , sie zerstören
Unser Leben, und sie wehren
/:alle guten Geister ab.:/

Mensch und Volk und Welt in Not
Was kann dir den Frieden bringen?
Deinen Hochmut mußt du zwingen,
im Verzeih’n die Hände schlingen:
/:Heimat wird nun allen Gott:/

Die katholische Kaufmannsjugend wollte 1930 nicht länger nachstehen, und so tauchten in ihrem Liederbuch Blaue Fahnen diese Strophen auf:

Wort und Lied und Blick und Schritt
wie in uralt ew´gen Tagen
wollen sie zusammenschlagen
ihre starken Arme tragen
unsere Seelen fröhlich mit

Heilgem Kampf sind wir geweiht
Gott verbrennt in Zornes Feuern
eine Welt, sie zu erneuern
wollen kraftvoll wir beteuern
/:Christus. Herr der neuen Zeit.:/

(aus: www.volksliederarchiv.de)

Der Literaturwissenschaftler Wolfgang Lindner meint zu der letzten christlich geprägten Strophe: „1944 wird, unter dem Eindruck des untergehenden ‚Dritten Reiches‘ und der Apokalypse des Bombenhagels, im Milieu der illegalen katholischen Pfadfinderbewegung durch deren Begründer in Bayern, den Theologen Ludwig Hugin, eine eschatologische Strophe angefügt, die den Neu-Reichs-Chiliasmus des ursprünglichen Textes (‚Mit uns zieht die neue Zeit‘) ins Christliche wendet“ (Wolfgang Lindner: Jugendbewegung als Äußerung lebensideologischer Mentalität. Hamburg 2003, S. 148):

Heil`gem Kampf sind wir geweiht.
Gott verbrennt in Zornesfeuern
eine Welt, sie zu erneuern,
wollen machtvoll wir beteuern.
Christus, Herr der neuen Zeit.

Eine ganz andere Strophe verfasste 1938 der im Arbeitslager Aschendorfer Moor (Emslandlager II) inhaftierte Kommunist Heinz Hentschke, in der er sich auf die Situation der Häftlinge in den elf Moorlagern bezog:

Einer Woche Kuhlbetrieb
und das Rollen schwerer Loren
klingen stets in unsern Ohren,
aber keiner träumt verloren.
/: Hoffnungsfroh bleib, Moorsoldat!:/

(norddeutsch „Kuhle“: Mulde, die beim Torfstechen und Trockenlegen entsteht)

Während 1942 der Originaltext von Hermann Claudius in das vor den KZ-Wächtern geheim gehaltene Lagerliederbuch des Konzentrationslagers von Sachsenhausen aufgenommen wurde, übernahm die Wehrmacht ebenfalls 1942 das Lied mit vier Strophen und der Melodie von Armin Knab in ihr Liederbuch Soldaten singen (Dank an das Archiv Schendel, www.deutscheslied.com).

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Beliebtheit des Weimarer Lieds ungebrochen. Bereits 1946 tauchte es im Liederbuch für die deutschen Flüchtlinge in Dänemark auf. Katholische Jugend und Naturfreunde folgten mit ihren Liedersammlungen; die DDR brachte die Lieder der deutschen Jugend (FDJ) und Musik in der Schule, Bd. 3 heraus, und die drei Rundfunksender der DDR benutzten Anfang der 50er Jahre die Tonfolge des Refrains „….mit uns zieht die neue Zeit“ als Pausenzeichen.

Ab 1953/54 wurde das Lied in zahlreiche Liederbücher übernommen, von denen hier der Kuriosität halber nur das Liederbuch des Deutschen Fußball-Bundes und das des schwäbischen Albvereins (beide 1953) erwähnt werden sollen. Bis 2013 (zuletzt das Liederbuch des Freien Begegnungsschachts, einer Gruppierung fahrender Gesellen) erschienen über 100 Liederbücher und mehr als 20 Partituren (soweit sie im Archiv Schendel und im Deutschen Musikarchiv vorhanden sind) sowie unzählige Liederhefte und Liederblätter.

Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ war und ist vielseitig einsetzbar als Wanderlied, Arbeiterlied und als Lied, um ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen. So verwundert es nicht, dass es von Wandervereinen, von Bündischen, Pfadfindern, konfessionellen Kreisen, von Turnern und anderen Sportlern, von der Zelt- und Waldjugend, von der Naturfreundejugend, von landsmannschaftlichen Gruppierungen und auch in Schulen und sogar von Neurechten (z. B. dem Freibund) gesungen wurde und noch wird. Sogar die Bundeswehr nahm das Lied 1956, 1976 und noch 1998 in ihre Liederbücher auf, ebenso wie der Verband der Fallschirmjäger 1983 (nicht bekannt ist, ob sie „Wenn wir springen Seit‘ an Seit‘ gesungen haben).

Auch in Österreich und in der Schweiz ist das Lied bekannt, wie z. B. das Steirische Liederbuch oder das Liederbuch des Schweizerischen Arbeitergesangverbands zeigen.

Und natürlich gehört Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ nach wie vor den Gewerkschaften, der SPD und den ihr nahestehenden Organisationen. Etliche Jahre wurde es auf Bundesparteitagen der SPD als Schlusslied benutzt, so dass es wie Brüder zur Sonne zur Freiheit auch als (zweite) „Hymne der SPD“ bezeichnet wird.

Bereits in den 30er Jahren war über das Musikalische hinaus die erste Zeile (Incipit) zu einem geläufigen Begriff geworden, wovon nicht nur die Titel einiger Liederbücher und Tonträger zeugen. Zusätzlich seien exemplarisch hier genannt: Die Deutsche Buch-Gemeinschaft 1932 mit ihrer „Sammlung von Aufsätzen über das Wandern und Jugendherbergen“ und dem Titel Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ (1932), Heinz Blievernichts Buch zur „Geschichte und Leistung der Arbeiterjugendbewegung“ (1983) und das Niederrheinische Museum, Duisburg, mit seinem Festival und einer Ausstellung mit dem Untertitel „Arbeiteralltag – Arbeiterbewegung – Arbeiterkultur“ (1989).

Von den rund 20 Tonträgern, von der Schellackplatte bis zur CD, die das Deutsche Musikarchiv in seinem Bestand ausweist, ist eine Aufnahme aus 2004 hervorzuheben, die den Untertitel „Hymnen und Kampflieder der Arbeiterbewegung“ trägt und u. a. Aufnahmen von Ernst Busch enthält.

Und um noch einmal auf die unbestimmten Aussagen des Weimarlieds zurückzukommen. In der ersten Strophe des Sachsenhausen-Lieds, die an den ersten Vers des Weimarer Lieds erinnert, wussten die KZ-Häftlinge genau, wovon sie sangen:

Wir schreiten fest im gleichen Schritt
Wir trotzen Not und Sorgen
/:Denn in uns zieht die Hoffnung mit
auf Freiheit und auf Morgen.:/

(Text von Karl Fischer, Bernhard Bästlein, Karl Wloch in Das Lagerliederbuch, 1942. Melodie nach Die Bauern wollen freie sein).

Georg Nagel, Hamburg

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Über deutschelieder
“Deutsche Lieder” ist eine Online-Anthologie von Liedtextinterpretationen. Liedtexte sind die heute wohl meistrezipierte Form von Lyrik, aber zugleich eine in der Literaturwissenschaft vergleichsweise wenig beachtete. Die Gründe für dieses Missverhältnis reichen von Vorurteilen gegenüber vermeintlich nicht interpretationsbedürftiger Popkultur über grundsätzliche Bedenken, einen Songtext isoliert von der Musik zu untersuchen, die Schwierigkeit, eine editorischen Ansprüchen genügende Textfassung zu erstellen, bis zur Problematik, dass, anders als bei Gedichten, bislang kaum ein Korpus von Texten gebildet worden ist, deren Interpretation interessant erscheint. Solchen Einwänden und Schwierigkeiten soll auf diesem Blog praktisch begegnet werden: indem erprobt wird, was Interpretationen von Songtexten leisten können, ob sie auch ohne Einbeziehung der Musik möglich sind oder wie eine solche Einbeziehung stattfinden kann, indem Textfassungen zur Verfügung gestellt werden und im Laufe des Projekts ein Textkorpus entsteht, wenn viele verschiedene Beiträgerinnen und Beiträger ihnen interessant erscheinende Texte vorstellen. Ziel dieses Blogs ist es nicht nur, auf Songtexte als möglichen Forschungsgegenstand aufmerksam zu machen und exemplarisch Zugangsweisen zu erproben, sondern auch das umfangreiche Wissen von Fans zugänglich zu machen, das bislang häufig gar nicht oder nur in Fanforenbeiträgen publiziert wird und damit für die Forschungscommunity ebenso wie für eine breite Öffentlichkeit kaum auffindbar ist. Entsprechend sind nicht nur (angehende) Literaturwissenschaftler, sondern auch Fans, Sammler und alle anderen Interessierten eingeladen, Beiträge einzusenden. Dabei muss es sich nicht um Interpretationen im engeren Sinne handeln, willkommen sind beispielsweise ebenso Beiträge zur Rezeptions- oder Entstehungsgeschichte eines Songs. Denn gerade die Verschiedenheit der Beiträge kann den Reiz einer solchen Anthologie ausmachen. Bei den Interpretationen kann es schon angesichts ihrer relativen Kürze nicht darum gehen, einen Text ‘erschöpfend’ auszuinterpretieren; jede vorgestellte Lesart stellt nur einen möglichen Zugang zu einem Text dar und kann zur Weiterentwicklung der skizzierten Überlegungen ebenso anregen wie zum Widerspruch oder zu Ergänzungen. Entsprechend soll dieses Blog nicht zuletzt ein Ort sein, an dem über Liedtexte diskutiert wird – deshalb freuen wir uns über Kommentare ebenso wie über neue Beiträge. Jeden Montag wird ein neuer Text veröffentlicht.

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