Warum Leberzirrhosen auch ornithologische Nachteile haben: „Zerstörte Zelle“ von den Einstürzenden Neubauten (1985)

Einstürzende Neubauten

Zerstörte Zelle

Zerstörte Zelle
Zerstörte Zelle
Ich weiss nur wo ich weiterhin bleibe
weiss nur wo ich scheinbar immer war
Ich weiss nur, dass ich noch hier bleibe                              (5)
weiss nur, dass ich wohl immer hier war
Zerstörte Zelle
Zerstörte Zelle
Sieh die Zellstruktur
Sieh meine Zellstruktur, die Zug um Zug um Zug zerfällt               (10)
Sieh meine Zellstruktur zerfallen
um Zug um Zug um Zug
Zerstörte Zelle
Zerstörte Zelle
Und auf einmal stelle ich fest:                                       (15)
dass Arme keine Schwingen sind
und völlig fluguntauglich
völlig fluguntauglich
Zerstörte Zelle
Zerstörte Zelle                                                       (20)
Der Zellkern bricht aus
– Selbstzitat – der Zellkern bricht aus
die Zellwand stürzt ein
Zerstörte Zelle – Zellenbrand –
Leg heute Nacht noch meinen Zellenbrand                               (25)
Der Zellkern bricht aus
Lava bricht aus
Zerstörte Zelle
Zerstörte Zelle
Hörst du Bruderherz?                                                  (30)
Ich bin Prometheus
hol mein Geschenk
hol mein Geschenk zurück, hol es ab
ich bin Prometheus
nur meine Leber wächst nicht nach                                     (35)
Zerstörte Zelle
Der Adler muss verhungern
Ich leg heut Nacht den Zellenbrand
Zerstörte Zelle
Der Adler muss verhungern                                             (40)
darf verhungern
wird verhungern
Das abgemagerte Federvieh
stürzt ab. 

     [Einstürzenden Neubauten: Fünf auf der nach oben offenen Richterskala. 
     Potomak (Indigo) 1987. Der hier abgedruckte Text verzichtet auf viele 
     Wort- und Vers-Wiederholungen im Vortrag.]

Zerfallende Zellstrukturen erscheinen spontan als naheliegendes Thema einer Band, die von ihrem künstlerischen Programm (Industrial) her mit Instrumenten wie Schlagbohrern und Abrissbirnen sympathisiert und sich den Namen Einstürzende Neubauten gegeben hat. Ein zweiter Blick auf den Liedtext ergibt allerdings schnell, dass hier nicht von Wohnwaben eines Plattenbaus die Rede sein kann, sondern ,Zelle‘ durchaus im biologischen Sinn als kleinste lebende Einheit eines Organismus‘ zu verstehen ist. Dem Sinn des Songs (zuerst 1985 erschienen auf der in Japan veröffentlichten Kassette Einstürzende Neubauten Live),  kommt man mit Hilfe der Zeilen 34 f. schnell auf die Spur:

ich bin Prometheus
nur meine Leber wächst nicht nach

Die Sprecherinstanz identifiziert sich mit Prometheus und gibt uns zugleich den entscheidenden Hinweis auf das kritische tertium comparationis: die Leber. Mit etwas kulturellem Wissen über den Prometheus-Mythos einerseits, Entstehung, Morphologie und Verlauf einer Leberzirrhose andererseits lässt sich der Text recht gut entschlüsseln. Bei meinen folgenden Ausführungen stütze ich mich auf Horst und Ingrid Daemmrichs Handbuch Themen und Motive in der Literatur (2. Aufl. 1995) sowie auf das Springer Lexikon Medizin (2004); dass die einschlägigen Artikel von mir nur hinsichtlich ihrer Relevanz für unser Lied herangezogen werden, versteht sich.

Prometheus, dessen Name programmatisch als ,der Vorausdenkende‘ zu übersetzen ist, repräsentiert als mythischer Prototypus das Motiv des Aufstands gegen überkommene Autoritätsansprüche, „sei es die Tyrannei einzelner oder der Zwang kollektiver Normen und Gesellschaftsverfassungen“ (Daemmrich und Daemmrich, S. 281). Seinem Mythos zufolge hat Prometheus diese Haltung schon unter Beweis gestellt, als er – selber Titanensohn – auf der Seite der neuen Götter gegen die alte Ordnung seiner Geschwister kämpfte (vgl. Aischylos, Titanomachie). Allerdings genügte ihm das damit Erreichte nicht, zumal ihm die von Zeus errichtete Oligarchie zutiefst zuwider war. So formte er, offenbar um die Macht der Olympier langfristig zu brechen, Menschen nach seinem Bilde, belebte sie mit seinem Atem, beschenkte sie mit zahlreichen Talenten und schließlich auch noch mit dem ihnen von Zeus vorenthaltenen Feuer, das er den Göttern mit Hilfe einer technischen List entwand.

Zeus rächte sich daraufhin – auf grausamste Weise – an Prometheus, aber auch an dessen Geschöpfen. Jenen ließ er fangen, an einen Felsen im Kaukasus schmieden und durch seinen Adler foltern, der jeden Tag ein Stück aus der Leber des unsterblichen Titanen hackte, das dann in der Nacht wieder nachwuchs; den Menschen sandte er das Trugbild einer schönen, mit vielfältigen Vorzügen ausgestatteten Frau (Pandora, die ,Allbeschenkte‘) als eine Art ,trojanisches Pferd‘ mit jener berüchtigte ,Büchse‘ (wobei es sich eigentlich um einem Krug handelte), in der vergiftete Gaben aller Götter deponiert waren: Arbeit, Krankheit, Tod usw. sowie die später höchst ambivalent gedeutete Gabe der Hoffnung. Da im Text der Einstürzenden Neubauten von einem „Bruderherz“ (Z. 30) die Rede ist, sei erwähnt, dass es ausgerechnet Prometheus‘ Bruder Epimetheus (,der danach Denkende‘) gewesen ist, der Pandora gegen die ausdrückliche Warnung seines Bruders vor Göttergeschenken aufgenommen und geheiratet hatte.

Im Prometheus-Mythos verbergen sich zahlreiche Aussagen zur conditio humana, er selber darf als Repräsentant menschlichen Strebens und Leidens, der Zwischenstellung des Menschen in der Schöpfung zwischen Tieren und Göttern verstanden werden:

In seiner Leidenszeit im Kaukasus […] teilt er sinnbildlich das Schicksal seiner Geschöpfe, die im Kreislauf von Geburt und Tod gefangen sind. Außerdem beleuchtet das Verhalten der Menschen […], daß in ihnen sein eigenes Unabhängigkeitsbestreben weiterlebt. Mit Prometheus setzt somit der Prozeß der Aussonderung des einzelnen aus dem Allgemeinen ein. Die Entwicklung zur subjektiven Individualität hat begonnen. Menschen werden rastlos, streben ins Unendliche, sind aber erdgebunden und müssen mit allen Übeln ringen, die der Büchse Pandoras entflohen sind. Da es Herakles gelingt, Prometheus zu erlösen und mit den Göttern zu versöhnen, besteht die Hoffnung, daß auch die Menschen ihr Schicksal eines Tages meistern werden. (Daemmrich und Daemmrich, S. 282.)

Die ,Leberzirrhose‘ (Cirrhosis hepatis) fungiert in der Medizin als Dachbegriff für eine Reihe chronischer Lebererkrankungen, die durch Entzündung, Gewebezerstörung und -umbildung sowie dadurch bedingte Durchblutungsstörungen und Funktionsverluste gekennzeichnet sind. In späten Stadien kommt es zu Hämatomen, Potenzverlust, Fettintoleranz und dadurch bedingte Diarrhöen. Bestimmte Erscheinungsformen führen zur Tumorbildung. Leberzirrhosen, die in Deutschland für ca. 20% aller Todesfälle verantwortlich gemacht werden, können durch vielfältige Ursachen bedingt sein, deren bekannteste übermäßiger Alkoholgenuss ist.

Ich gehe davon aus, dass die Sprecherinstanz des Textes unter einer fortgeschrittenen Leberzirrhose leidet und den eigenen körperlichen Verfall thematisiert: „Sieh meine Zellstruktur, die Zug um Zug um Zug zerfällt“ (Z. 10). Der Vers zeichnet sich – wie andere Zeilen dieses Textes auch – durch einen forcierten Einsatz des Stilmittels Alliteration (gleicher Anlaut betonter Stammsilben benachbarter Wörter) aus; allerdings lese ich „Zug um Zug um Zug“ (wiederholt in Z. 12) auch als starken Hinweis auf Alkoholmissbrauch. Mit dem Prometheus-Mythos eng verbunden ist das Feuermotiv, auf das im Text der Einstürzenden Neubauten mit „Zellenbrand“ und „Lava“ angespielt wird. Im Hinblick auf Morphologie und Symptomatik einer Leberzirrhose, kann „Zellenbrand“ mit Entzündung und der Lava-Ausbruch (Z. 27) mit den heftigen Durchfällen und Flatulenzen, die eine fortgeschrittene Cirrhosis hepatis zu begleiten pflegen, in Verbindung gebracht werden.

Die Annäherung des Zirrhose-Patienten an Prometheus gewinnt an Plausibilität, sobald man über das gemeinsame ,Leber-Problem‘ hinausdenkt. Wie oben erwähnt gestaltet der Mythos den Geist und die Energie des Aufstandes gegen etablierte, als bedrückend empfundene Ordnungen und Autoritäten; die ideologische Nähe zum ideologischen Kern der Punk-Bewegung, in der die Einstürzenden Neubauten seinerzeit beheimatet waren, liegt auf der Hand. Der Songtext unterstreicht diesen Bezug in den Versen 15-18; erst im Stadium der fortgeschrittenen Erkrankung erkennt die Sprecherinstanz, dass „Arme keine Schwingen sind“. Offensichtlich hatte sie sich zuvor, vermutlich mit Hilfe von Drogen, von ihrer Erdgebundenheit zu lösen versucht, ,um den Himmel zu erstürmen‘, wenn ich es einmal etwas pathetisch formulieren darf. Wie bei Prometheus (und Ikarus, darf man vielleicht ergänzen) folgt die Strafe für diese Hybris auf dem Fuße – hier allerdings weniger als Rache der Götter denn als medizinische Konsequenz auf den Raubbau am eigenen Körper.

Der Absturz ist heftig, die Erkenntnis deprimierend. Die Sprecherinstanz sieht sich in der Situation des im Kaukasus angeschmiedeten Prometheus (vgl. Z. 3-6). Das „hier“ des fünften Verses bezeichnet die Kaukasus-Position, die sich für das Ich vielleicht im Bett einer Intensivstation konkretisiert. Zeus hatte Prometheus für alle Zeiten bestrafen wollen, allerdings sollte es anders kommen: Nach dreißigtausend Jahren (geologisch gesehen ein Nichts, aber ganz schön lang, wenn täglich ein Adler an der Leber knabbert!), kam der Zeus-Sohn Herakles vorbei, empfand Mitleid mit dem Gequälten, erlegte den Adler seines Vaters und befreite Prometheus. Von dieser Hoffnung ist im Text der Neubauten nichts zu spüren. Seine Sprecherinstanz wird keine dreißigtausend Jahre überleben können, denn ihre Leber wächst nicht nach. In diesem Fall wird der Adler nicht von einem Herakles mit einem Meisterschuss vom Himmel geholt werden müssen, er ist bereits unterernährt und wird aus Schwäche abstürzen. Mit dieser Pointe endet der Text – nicht unbedingt ,happy‘.

Wenn diesem Klangbild (um das ein wenig unangemessene Wort ,Song‘ zu vermeiden) vom finalen Zerfall eines Menschen dann doch noch ein positiv interpretierbares Momentum eingeschrieben ist, dann vielleicht der Umstand, dass sich der promethische Protest- bzw. Ausbruchsgestus des Sprechers bereits seinem Körper eingeschrieben hat, und zwar so intensiv, dass die einzelnen Zellen bzw. Zell-Kerne bereits den sie beherrschenden Organismus als Zumutung empfinden und den Systemausbruch üben; dass sie das selbst nicht überleben werden, nehmen sie in Kauf. Das Bewusstsein des Organismus (d.h. die Sprecherinstanz) scheint klüger geworden. Es hat vermutlich verstanden, dass es zu weit gegangen ist und fordert ein Du auf, sein „Geschenk“ zu holen (Z. 32f.), merkwürdigerweise ,ab‘-, statt ,zurück zu holen‘!?

An dieser (einen!) Stelle bleibt der Text für mich zunächst einigermaßen kryptisch. Als nicht näher bestimmtes ,Geschenk‘ des Prometheus kann nach der mythischen Überlieferung nur das Feuer verstanden werden. Als ,promethisches Feuer‘ wurde seit dem 2. Weltkrieg zumeist die Atomtechnik (vgl. in diesem Zusammenhang die Benennung des 1945 entdeckten radioaktiven Elements Promethium!) verstanden, die m.E. aber relativ schlecht zum Kontext der Leberzirrhose passt. Zwar wäre das Feuermotiv gut in ein Kernschmelze-Szenarium integrierbar, dafür müssten aber andere Textpassagen (bes. „Zug um Zug um Zug“) ignoriert werden. Den Ausschlag für meine Deutung gab letztlich das Leber-Motiv, mit dem jede plausible Interpretation steht oder fällt. Verstrahlungs-Schädigungen betreffen meines Wissens nun einmal nicht speziell die Leber und auch die Zerfalls-Metaphorik wäre morphologisch schief.

Insofern deute ich das „Geschenk“, von dem hier die Rede ist, eher abstrakt im Sinne des Ausbruch-Strebens bzw. Widerstandsgeistes des Protagonisten. ,Zurückholen‘ (im Sinne von ungeschehen machen) könnte man übrigens weder die eine noch die andere Gabe; so war es bereits im Mythos für Zeus unmöglich gewesen, den Menschen das Feuer wieder zu entreißen. Allerdings, und das wollen wir nicht überlesen, setzt unser Text einigermaßen verwirrend das ,Zurückholen‘ und das ,Abholen‘ besagten Geschenkes gleich (vgl. V. 33) – so als hätte die promethische Sprecherinstanz noch ein Vermächtnis in irgendeinem Schließfach deponiert.

Der Auftrag, dieses Geschenk zurück- bzw. abzuholen, richtet sich an ein ,Bruderherz‘, das im Mythos als jener unselige Epimetheus zu interpretieren wäre, der auf die Winkelzüge der Götter hereingefallen ist, im Song aber wohl eher als ein ideologischer Kumpan aus dem Umfeld der Band oder Punk-Bewegung. Die Sprecherinstanz kündigt an, „heut Nacht den Zellenbrand zu legen“ (Z. 38, zuvor schon ähnlich Z. 25), d.h. sie hat beschlossen, ihr Ende nun selbst ins Werk setzen. Der gesamte Text liest sich damit als Abschiedsrede bzw. Testament. Die letzten Gedanken des dem Tode Geweihten und zum Tode Entschlossenen gelten dem Adler des Zeus, jenem abgemagerten „Federvieh“ (Z. 43), das mit dem eigenen Selbstmord verhungern „wird“ / „darf“ (Z. 42 / 41). Ironische Sympathie blitzt zwischen diesen Zeilen auf: Es ist ja auch kein ganz tolles Schicksal, über Ewigkeiten keinen anderen Daseinssinn zu haben, als das Rachewerkzeug eines brutalen Gottes zu geben. So bleibt – von wem auch immer, auf alle Fälle vom Text! – am Ende eine weitere Analogie als Einsicht zu verbuchen: Auch der König der Lüfte wird abstürzen, wenn sein Opfer erkannt hat, dass seine Arme keine Schwingen sind und daraus die Konsequenzen zieht. Etwas banaler formuliert, aber immer noch hinreichend paradox: Keine Herrschaft über Menschen ohne solche, die gegen eben diese Herrschaft aufbegehren!

Hans-Peter Ecker, Bamberg

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Über deutschelieder
“Deutsche Lieder” ist eine Online-Anthologie von Liedtextinterpretationen. Liedtexte sind die heute wohl meistrezipierte Form von Lyrik, aber zugleich eine in der Literaturwissenschaft vergleichsweise wenig beachtete. Die Gründe für dieses Missverhältnis reichen von Vorurteilen gegenüber vermeintlich nicht interpretationsbedürftiger Popkultur über grundsätzliche Bedenken, einen Songtext isoliert von der Musik zu untersuchen, die Schwierigkeit, eine editorischen Ansprüchen genügende Textfassung zu erstellen, bis zur Problematik, dass, anders als bei Gedichten, bislang kaum ein Korpus von Texten gebildet worden ist, deren Interpretation interessant erscheint. Solchen Einwänden und Schwierigkeiten soll auf diesem Blog praktisch begegnet werden: indem erprobt wird, was Interpretationen von Songtexten leisten können, ob sie auch ohne Einbeziehung der Musik möglich sind oder wie eine solche Einbeziehung stattfinden kann, indem Textfassungen zur Verfügung gestellt werden und im Laufe des Projekts ein Textkorpus entsteht, wenn viele verschiedene Beiträgerinnen und Beiträger ihnen interessant erscheinende Texte vorstellen. Ziel dieses Blogs ist es nicht nur, auf Songtexte als möglichen Forschungsgegenstand aufmerksam zu machen und exemplarisch Zugangsweisen zu erproben, sondern auch das umfangreiche Wissen von Fans zugänglich zu machen, das bislang häufig gar nicht oder nur in Fanforenbeiträgen publiziert wird und damit für die Forschungscommunity ebenso wie für eine breite Öffentlichkeit kaum auffindbar ist. Entsprechend sind nicht nur (angehende) Literaturwissenschaftler, sondern auch Fans, Sammler und alle anderen Interessierten eingeladen, Beiträge einzusenden. Dabei muss es sich nicht um Interpretationen im engeren Sinne handeln, willkommen sind beispielsweise ebenso Beiträge zur Rezeptions- oder Entstehungsgeschichte eines Songs. Denn gerade die Verschiedenheit der Beiträge kann den Reiz einer solchen Anthologie ausmachen. Bei den Interpretationen kann es schon angesichts ihrer relativen Kürze nicht darum gehen, einen Text ‘erschöpfend’ auszuinterpretieren; jede vorgestellte Lesart stellt nur einen möglichen Zugang zu einem Text dar und kann zur Weiterentwicklung der skizzierten Überlegungen ebenso anregen wie zum Widerspruch oder zu Ergänzungen. Entsprechend soll dieses Blog nicht zuletzt ein Ort sein, an dem über Liedtexte diskutiert wird – deshalb freuen wir uns über Kommentare ebenso wie über neue Beiträge. Jeden Montag wird ein neuer Text veröffentlicht.

One Response to Warum Leberzirrhosen auch ornithologische Nachteile haben: „Zerstörte Zelle“ von den Einstürzenden Neubauten (1985)

  1. hpecker says:

    Kleiner Nachtrag, Zufallsfund: Die Einstürzenden Neubauten lieferten Klangteppiche für Inszenierungen und Hörbuch-Versionen von Heiner Müllers „Hamletmaschine“, müssen diesen Klassiker des deutschen postdramatischen Theaters also sehr gut gekannt haben. In der zweiten Szene von Müllers Stück geht es um das Ausbruchs- bzw. Befreiungsthema. Hier probt Ophelia als prototypische Figur zahlloser von den gesellschaftlichen Verhältnissen geknechter Frauen den Aufstand und spricht dabei folgenden Satz: „Ich lege Feuer an mein Gefängnis.“ Wortlaut und Gehalt der Passage erinnern mich deutlich an „Zerstörte Zelle“.

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